Alles über die Teekiste: Wilder Weltensegler und Hüter exotischer Aromen

Alex Marinescu – 09. März 2017

Teekiste als Design-Möbelstück

Teekisten werden aus Sperrholz und Leichtmetall gefertigt. Sie sind traditionsreiche Unikate, die um die Welt gesegelt sind und in ihrem Inneren einer der wertvollsten Frachten des 17 Jahrhunderts gelagert hatten: Tee!
Sie werden auch heutzutage noch vereinzelt eingesetzt, sind jedoch in der Regel moderneren Transportmöglichkeiten gewichen. Unter Teefreunden und Antiquitätenliebhabern sind sie nach wie vor hochgeschätzt. Sie werden unter anderem als originellen Beistelltisch, Ablage, Hocker oder stilvolles Dekorationsobjekt verwendet und dienen als Hommage an Abenteuer in der Fremde und erlauchten Teezusammenkünften.

Die Geschichte der Teekiste

Die erste Tasse Tee wurde wahrscheinlich vor ca. 5000 Jahren in China getrunken. Nach Europa kam der Tee jedoch sehr viel später. Der erste Tee gelangte wahrscheinlich irgendwann im 16ten Jahrhundert in europäische Gefilde. Im siebzehnten Jahrhundert begann der Handel über den Seeweg von China und Japan aus zu florieren. So eine Seereise dauerte gute 6 Monate. Jede Fahrt war ein Abenteuer – in einer Welt ohne Motor, GPS und Echolot musste man nach der Sonne und den Sternen navigieren, mit Wind und Wellen kämpfen und sich vor Piraten zu schützen wissen. Die feuchte Seeluft und der lange Transport machten zudem dem Tee zu schaffen, der unter solchen Bedingungen zu modern anfing. Die Teekisten waren dafür ausgelegt die monatelangen Strapazen von Seereisen für Teeblätter möglichst angenehm und trocken zu gestalten. Um ihn möglichst unversehrt in die heimischen Gefilde zu überführen, musste der Tee trocken und vor Licht und anderen Gerüchen geschützt, aufbewahrt werden. Stabile und aufwändig hergestellte Teekisten waren dafür eine ideale Lösung. Die damals verwendeten Teekisten waren schwer und massiv. Um die Feuchtigkeit abzuhalten wurde in Bambusmatten gewickeltes Papier verwendet oder Firnis. Das Holz wurde innen später zusätzlich mit Bleifolie ausgekleidet, um einen noch besseren Schutz für den Teetransport zu gewährleisten.

Geschichte der Teekiste

Die wohl bekannteste Geschichte mit Teekisten handelt von der Boston Tea Party, die am 16 Dezember 1773 stattfand. Anstatt einer großen Party kam es im Hafen von Boston zu einer großangelegten Protestaktion amerikanischer Bürger, die gegen die britische Kolonialpolitik rebellierten. Als Indianer verkleidete Männer stürmten friedlich den Hafen und warfen insgesamt immerhin rund 45 Tonnen Tee der East India Trading Company ins Wasser, die in Teekisten auf den Schiffen der Handelsgesellschaft aufbewahrt wurde. Man sagt, dass die Queen darüber wahrlich "not amused" war.

Eine andere Geschichte handelt vom Ursprung des heute weltbekannten Earl Grey Tees. Angeblich kam es beim Transport von Schwarztee bei einer Schiffsüberfahrt zu ungewöhnlich heftigen Stürmen, bei dem sich Teekisten teilweise von ihrer Befestigung lösten und wild durcheinanderpurzelten. Teile der Kisten brachen und kamen dabei in Berührung mit auslaufendem Bergamotte-Öl, das ebenfalls als Frachtgut transportiert wurde. Lord Charles Grey ließ sich beim Einlauf des Schiffes erst die Schäden zeigen und probierte dann den angeblich verunreinigten Tee, um zu entscheiden, ob er noch verkauft werden könne. Die ungewollt aromatisierte Mischung gefiel ihm angeblich so gut, dass daraus eine eigene (und überaus erfolgreiche) Teesorte wurde.

Die Teekiste heute: begehrtes Sammlerstück und Ausdruck echter Teeliebe

Da der in den Teekisten transportierte Tee auch schon mal in Gold aufgewogen wurde, nahm man den Transport ernst. Jede Kiste bekam eigene Stempel, die den Inhalt und den Verladehafen auszeichneten und wurde oft zusätzlich noch verziert. Die stilechten Unikate sind daher heißbegehrte Sammlerstücke und das nicht nur unter Teefreunden.

Neuere Exemplare werden aus Sperrholz und Leichtmetall hergestellt. Die aufgedruckten Stempel und Muster unterscheiden sich auch hier beträchtlich. Die dekorativen Teekisten lassen sich vielfältig verwenden und dienen nicht selten dazu, das eigene Heim zu zieren. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Über eine runde Öffnung an der Unterseite, über den jede Menge Teeblätter eingefüllt und entnommen werden können, lassen sich allerlei Dinge verstauen. Die Teekiste kann dann zusätzlich als dekorativer Beistelltisch, als Ablage für Vasen, Pflanzen oder Obstschalen oder als Nachttisch verwendet werden. Originelle Heimwerker, bauen darüber hinaus wunderschöne Tische, Regale, Schränkchen und andere Designmöbel. Neben den bekannten Standardgrößen, finden sich auch halbe oder noch kleinere Größen, die das kreative Spektrum noch einmal erweitern.

Für Teeliebhaber ist der Besitz einer eigenen Teekiste fast schon ein Muss. Sie ist ein Stück echter Teegeschichte und erinnert täglich daran, wie wertvoll und exklusiv der Teegenuss einmal war, aber auch daran, dass es sich nach wie vor lohnt nach guten Teeblättern und exotischen Teemischungen zu suchen. Der Genuss eines guten Tees im eigenen Heim und in behaglicher Atmosphäre ist immer noch ein ganz besonderer Moment, der ungemein gut tut und befriedigt.

Ein Stück Originalität in einer Welt steigender Gleichschaltung

Originelles Design Möbel

Die Welt ist unzweifelhaft gleichförmiger geworden, zumindest was den Konsum angeht. So viele Vorteile und Möglichkeiten uns die Globalisierung auch gebracht hat – nicht zuletzt auch kostbaren Tee zu zahlbaren Preisen – so haben in der Geschäftswelt eher diejenigen profitiert, die sich international aufstellen konnten. Das beste Beispiel dafür ist IKEA, die über einen weltweiten Absatzmarkt ihre Möbel und Dekorationsobjekte sehr billig anbieten können. Doch nicht jeder möchte wie alle anderen angezogen oder eingerichtet sein. Es ist verständlich und normal, dass man seiner Individualität Ausdruck verschaffen möchte und eine Teekiste ist dafür ein guter Anfang.

Teekisten werden aus umweltverträglichem Sperrholz hergestellt und sind originelle Einrichtungsgegenstände mit individuellen Stempelungen. Jede Teekiste erzählt eine Geschichte und ist unzertrennlich mit einem Hauch Abenteuer geschmückt. Eine Teekiste kann gar nicht anders, als für Individualität zu stehen und kann leicht für viele Zwecke im eigenen Heim verwendet werden.

Kleinere Exemplare sind zusätzlich hervorragend dafür geeignet, auch den heimischen Tee- oder Gewürzvorrat stilvoll zu lagern. Und wenn man anderen eine Freude machen kann, dann eignet sich die Teekiste als hinreißendes Geschenk, das zudem noch zusätzlich mit Stiften, Aufdrucken oder kreativen Verzierungen personalisiert werden kann.

Dieser Artikel wurde für Dich von Alex Marinescu geschrieben

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